Zu Gast bei Exponiert

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@dieUlrike lud mich ein, mit ihr einen Podcast aufzunehmen. Für ihr Format Exponiert – der Museumspodcast aus Berlin besuchten wir die Sammlung Boros in dem trutzigen Hochbunker („Unterkellertes Einfamilienhaus“) neben dem Deutschen Theater. Hört doch mal rein! [web | iTunes]

Bunker von Außen

1941 als Bunker erbaut, Bananenlager zu DDR-Zeiten, nach der Wende „härtester Club der Welt“ (mindestens!) und schließlich Residenz der exklusiven Privatsammlung des Werbeagenturbesitzers Christian Boros

 

Surveillance | Society | Culture

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Surveillance | Society | Culture International conference in Göttingen 2016

Das letzte Wochenende verbrachte ich auf einer geisteswissenschaftlichen Tagung zu den Effekten von Überwachung auf die Gesellschaft, zur Kultur der Überwachung und den Kulturprodukten, die daraufhin entstanden. Die literaturwissenschaftlichen Beiträge – welche nicht gerade unter einem Mangel an Komplexität litten – drehten sich um Eggers viel gelesenes, aber gern kritisiertes Buch The Circle, um die new sincerity movement oder auch der Observation in Hamlet. Aus der Populärkultur boten das Kino und der Rap interessante Positionen zur Überwachungsproblematik – schaut euch mal Big brother is wwwatching you von den Juice Rap News an, falls euch das nocht nicht begegnet ist.

Besonders beschäftigt hat mich der Einwurf, man müsse die Idee einer (schützenswerten) Privatsphäre von dem engen Fokus auf das Individuum lösen. Privatsphäre sei mehr als das Recht, allein gelassen zu werden, denn der Raum für soziale Interaktion ist ebenso schützenswert. Würde man das konsequent praktisch anwenden, könnte Niemandem mehr vorgeworfen werden, dass er/sie zu viel auf Facebook über sich preisgibt – eine Argumentation, von der auch ich in Vergangenheit schon gebrauch machte…

Mein Vortrag 

Mein Beitrag handelte (noch einmal) von Surveillance Art – ich redete über zwei Werke von Trevor Paglen und Franz Reimer, über die ich schon in meiner Masterarbeit schrieb. Neu war das dritte Kunstwerk: „How Not to be Seen: A Fucking Didactic Educational .MOV File“ – eine 14-minütige Video-Arbeit der Berliner Künstlerin und Professorin Hito Steyerl.

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Von Gegenkunst und Bankensprech

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Den Tag mit Erdnusskeksen und Eiskaffee auf der schattigen Terrasse verbracht und einen Text von Thomas Steinfeld über die Karikatur gelesen.* Einst die „Gegenkunst“ zur akademischen Malerei, stellte sie die Wesensmerkmale und Motivationen der Mächtigen so zugespitzte und humoristisch, bösartig oder gar entlarvend dar, dass sie deren Positionen tatsächlich angreifen konnte. Die kritische Karikatur hatte das Potenzial, selbst politische Wirkung zu entfalten. Doch solche Kritik ist nur machtvoll, wenn Autoritäten und deren Machtbereiche klar identifizierbar sind – das scheint aber kaum noch der Fall zu sein.

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„Global Control and Censorship“ im ZKM Karlsruhe

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14 Jahre nach ctrl[space] – Rhetorik der Überwachung von Bentham bis Big Brother präsentiert das ZKM wieder eine Ausstellung über die weltweite Überwachung und Zensur. Global Control and Censorship zeigt Arbeiten von über 70 Künstlern und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt.

Die Bandbreite reicht von Analysen der noch immer unterschätzen Macht von Überwachung auf den Alltag und das Konsumverhalten [Chris Oakley, The Catalogue, 2004] über leider nur halb-ironisch gemeinte Anleitungen, wie man Drohnen entgeht [Ruben Pater, Drone Survival Guide, 2013] bis zu Versuchen, sichere Räume in einer komplett überwachten Welt zu schaffen [Sophia Bauer, Sound Mirror DX 2001, 2015].

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Würde ich hingehen, wäre ich gerade in Berlin

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James Bridles Solo-Ausstellung The Glomar Response in der Berliner Galerie NOME. Das erste Mal hörte ich von Bridle in Verbindung mit seinem Drone Shadows-Projekt, für das er maßstabsgetreu die Umrisse von aktuell im Einsatz befindlichen Kampfdrohnen auf Straßen und Bürgersteige von London bis Brisbane zeichnete.

Umriss der Militärdrohne Reaper vor dem KW-Institut in Berlin, wo sich die Ausstellung Fire and Forget aktuell den langfristigen psychologischen Folgen der Kriegsführung mit Waffen widmend, die aus großer Entfernung töten.

Aus der aktuellen Ausstellung interessiert mich insbesondere die Installation Waterboarded Documents. Der Titel spielt nicht nur auf die Foltermethode an, sondern auch auf das Wasser, dass rein zufällig die Unterlagen über britische Beteiligungen am Folterprogramm der CIA unlesbar machte.

The Glomar Response läuft noch bis 5 September 2015 – danach hat Jacob Appelbaum dort seine erste Solo-Show. Den Namen NOME könnte man sich also ruhig mal merken…

 

 

[…] Visualisierung macht die Vorgänge konkret, gerade in der Abstraktheit der Bilder. Wer etwas sieht, ist auch in der Lage, darüber zu sprechen.

Zitat von Bridle im Tagesspiegel

Kleine Presseschau zu Paglens Ausstellung „The Octopus“ in Frankfurt a. M.

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Mission "patch" of NROL-39

Blättere gerade durch die Google Alerts zu Kunst+Überwachung aus den letzten zehn Tagen. Es erschienen eine ganze Reihe Beiträge zu Trevor Paglens recht politischer Kunstausstellung The Octopus, die am 19. Juni im Frankfurter Kunstverein eröffnet wurde. Und da ich die Vielschichtigkeit von Paglens Arbeiten beim Recherchieren meiner Masterthesis sehr schätzen lernte, interessiert mich natürlich auch, wie andere auf seine Fotografien und Konzeptkunstwerke blicken… Weiterlesen

Position zur Vorratsdatenspeicherung

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Für Giacomo Maihofers Artikel The Walking Data – Wie steht Kultur zur Vorratsdatenspeicherung? [3sat] schrieb ich einen kurzen Gastbeitrag, der irgendwie doch nicht ganz so kurz geriet. Weil er auf 3sat.de nur gekürzt erschien, veröffentliche ich hier die vollständige Variante.

Frage 1 – Die Vorratsdatenspeicherung ist eines der kontroversesten Themen unserer Zeit. Auf der einen Seite soll sie die Bürger vor Terrorismus und kriminellen Übergriffen schützen, auf der anderen Seite gilt sie als Eingriff in die Grundrechte des Individuums und der Privatsphäre: Worin sehen sie die größten Probleme und Gefahren der Vorratsdatenspeicherung?

Ein Problem mit der Vorratsspeicherung ist, dass ihre Wirksamkeit nicht hinterfragt wird. Meines Wissens lieferte bisher niemand auch nur einen halbwegs glaubhaften Beweis für die These, dass mit Überwachung und Datensammlungen terroristische Anschläge verhindert werden können. Einige Beispiele hingegen gibt es für unauffällige Ausdehnungen von Anwendungsbereichen für einmal vorhandenen Datenfundi in Firmen und Behörden…

Viel wichtiger ist aber, dass solche Datensammlungen gewaltige Machtfaktoren sind. Wer sorgt dafür, dass sie nicht missbraucht werden in einem Land, dessen Auslandsgeheimdienst nicht nur gegen die Interessen seiner Bürger, sondern sogar gegen die seiner Wirtschaft arbeitet? Weiterlesen

Datenkraken als Freund und Helfer?

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Als Argument für das Sammeln von „Big Data“ mittels Überwachung wird immer wieder Sicherheit genannt. Die Wahrscheinlichkeit, dass in dem gewaltigen Datengebirge gerade der Überweisungszweck auffällt, mit dem das nächste 9/11 finanziert wird, ist bekanntermaßen verschwindend gering. Trotzdem sammeln wir all diese Daten, weil sie uns das Gefühl geben, mit ihnen bessere Vorhersagen über die Zukunft zu machen – über mögliche Anschlagsziele, die Wahrscheinlichkeit von Straftaten in der Nachbarschaft oder das Ausbrechen eines Bürgerkriegs in Syrien.

Frederike Kaltheuner vom Center for Internet and Human Rights in Frankfurt beschäftigt sich mit Potenzial und Problemen von datenbasierten Vorhersagen.

Interview von Philip Banse auf der re:publica 2015
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Surveillance Art und die fehlende Ästhetik der digitalen Massenüberwachung [Vortrag #rp15]

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Vorgetragen auf der re:publica 2015 | nachträgliche Änderungen am folgenden Transkript: Konkretisierung einzelner, sprachlich unsauberer Formulierungen & Entfernung diverser Füllwörter

Ich spreche über Surveillance Art und die fehlende Ästhetik der digitalen Massenüberwachung. Mit Surveillance Art meine ich Kunstwerke, die sich mit Überwachung beschäftigen und mein Fokus liegt auf der politisch motivierten Massenüberwachung. Das heißt, ich klammere die wirtschaftlich motivierte und die sozial motivierte Überwachung weitgehend aus.

Es gibt schon seit diversen Jahren ein paar dutzend Künstler und Künstlerinnen in Europa und Amerika, die sich damit beschäftigen. Seit Snowden gibt es auch zunehmend mehr Ausstellungen zu diesem Bereich – und so bin ich auch zu dem Thema gekommen.

Ich habe meine Masterarbeit über vier Künstler geschrieben, die sich mit Überwachung beschäftigen. Zwei davon werde ich Euch kurz vorstellen, anschließend gibt es eine kurze Reise in die Welt der Ästhetik, insbesondere in das Konzept der Leerstellen. Anschließend versuche ich zu erklären, warum ich dieses Konzept auch für Nicht-Kunst-Bilder für relevant halte. Weiterlesen

#watch22 / Ausstellung in Mainz

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Seit Edward Snowden das Thema in die Mitte der Gesellschaft brachte, stieg die Anzahl der Ausstellungen zu Überwachung insbesondere in Deutschland deutlich an. Im Mai wird eine weitere in Mainz eröffnet:

#watch22 – Ausstellung / Datenschutz / Kunst / Kultur /

Unter den 22 Künstlern befinden sich Aram Bartholl, der in einem Projekt untersuchte, wie Software eigentlichen Menschen von anderer Software unterscheidet, und die Filmemacherin Laura Poitras, die Edvard Snowden bei der Publikation der Daten unterstützte und die gemeinsame Zeit dokumentierte.

Landschaften der Überwachung – der etwas andere Fotowettbewerb

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Trevor Paglen – einer der vier Künstler, um die sich meine Masterarbeit dreht – hat gemeinsam mit dem Frankfurter Kunstverein einen Fotowettbewerb ausgerufen.  Gewünschte Motive sind die zahlreichen Orte der Überwachung in Deutschland. Wie man am besten die nächste Basisstation von NSA, BND und Co. findet, erfahrt Ihr (neben anderen Details) auf der eigens eingerichteten Internetseite http://www.photocontest-eagle-eye.org.

Teilnehmen darf jeder Interessierte bis 31. Mai 2015

Hauptquartier des National Reconnaissance Office von oben aus einem Hubschrauber heraus bei Nacht aufgenommen
Trevor Paglens Aufnahme des National Reconnaissance Office in Chantilly, Virginia [CC0]